Immobilie ohne Makler verkaufen – lohnt sich das?

Sep. 5, 2026 | Ratgeber

Autor: Dirk Bluhm | Immobilienmakler in Hamburg

Immobilienmakler, Eigentümerberater und Inhaber von HAMBURG IMMOBILIEN Dirk Bluhm. Spezialisiert auf den Verkauf von Häusern, Wohnungen und Grundstücken in Hamburg. Schwerpunkte: Immobilienbewertung, Immobilienverkauf, Erbschaftsimmobilien, vermietete Wohnungen und Eigentümerberatung.

Immobilie ohne Makler verkaufen – lohnt sich das wirklich?

Eine Immobilie ohne Makler zu verkaufen kann sich lohnen, wenn Sie den Markt realistisch einschätzen können, ausreichend Zeit haben, die notwendigen Unterlagen kennen, Interessenten selbst prüfen, Besichtigungen durchführen und Preisverhandlungen sicher führen können. Der größte mögliche Vorteil ist die eingesparte Maklerprovision. Dem stehen jedoch Zeitaufwand, organisatorische Verantwortung und das Risiko von Fehlern bei Preisfindung, Vorbereitung und Käuferauswahl gegenüber.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ein Verkauf ohne Makler ist grundsätzlich möglich: Eigentümer können Haus, Wohnung oder Grundstück selbst vermarkten.
  • Der offensichtlichste Vorteil sind mögliche Kosteneinsparungen: Wird kein Makler beauftragt, fällt für dessen Tätigkeit keine Maklerprovision an.
  • Der richtige Verkaufspreis ist die größte Herausforderung: Ein zu hoher Preis kann die Vermarktung erschweren, ein zu niedriger Preis unmittelbar Geld kosten.
  • Ein Privatverkauf braucht Zeit: Unterlagen, Exposé, Anfragen, Besichtigungen, Käuferprüfung und Verhandlungen müssen selbst organisiert werden.
  • Emotionale Distanz ist wichtig: Käufer betrachten Ihre Immobilie anders als Sie selbst und sprechen mögliche Schwächen häufig sehr direkt an.
  • Viele Anfragen bedeuten nicht automatisch viele gute Käufer: Interessenten müssen eingeordnet und ihre Finanzierung sollte vor einer verbindlichen Einigung ausreichend geklärt werden.
  • Ein Makler ist nicht für jeden Eigentümer notwendig: Entscheidend ist, welche Aufgaben Sie selbst übernehmen können und möchten.
  • Vergleichen Sie nicht nur Kosten: Entscheidend ist am Ende, welcher Weg Ihnen ein gutes Verkaufsergebnis bei vertretbarem Aufwand und Risiko ermöglicht.

Inhaltsverzeichnis

Vielleicht erwarten Sie von einem Immobilienmakler bei diesem Thema eine ziemlich eindeutige Antwort:

„Natürlich sollten Sie niemals ohne Makler verkaufen.“

Das werde ich Ihnen nicht erzählen.

Denn selbstverständlich können Eigentümer ihre Immobilie selbst verkaufen.

Und es gibt Eigentümer, bei denen das auch gut funktioniert.

Die wichtigere Frage lautet für mich deshalb nicht:

„Brauche ich zwingend einen Makler?“

Sondern:

„Welche Aufgaben kommen bei einem Immobilienverkauf auf mich zu – und möchte und kann ich diese selbst übernehmen?“

Wenn Sie diese Frage ehrlich beantworten, kommen Sie der richtigen Entscheidung meistens schon ziemlich nahe.

 

Kann ich meine Immobilie ohne Makler verkaufen?

Ja, Eigentümer können ihre Immobilie grundsätzlich ohne Immobilienmakler verkaufen. Sie übernehmen dann selbst die Vorbereitung, Preisfindung, Vermarktung, Kommunikation mit Interessenten, Besichtigungen, Verhandlungen und die organisatorische Begleitung bis zur notariellen Abwicklung.

Ein Immobilienmakler ist keine zwingende Voraussetzung dafür, dass Sie Ihr Haus oder Ihre Wohnung verkaufen können.

Das möchte ich ganz deutlich sagen.

Sie sollten allerdings wissen, welche Aufgaben Sie damit übernehmen.

Denn privat verkaufen bedeutet nicht nur:

Fotos machen.

Anzeige einstellen.

Käufer finden.

Der eigentliche Prozess beginnt wesentlich früher und endet deutlich später.

Eine ausführliche Übersicht über den gesamten Verkaufsablauf finden Sie in meinem kompletten Ratgeber zum Immobilienverkauf in Hamburg.

 

Wann lohnt sich ein Immobilienverkauf ohne Makler?

Ein Privatverkauf kann sinnvoll sein, wenn Sie Ihre Immobilie und den lokalen Markt gut einschätzen können, genügend Zeit zur Verfügung haben, organisatorisch sicher arbeiten und sich Verhandlungen mit Kaufinteressenten zutrauen.

Ich würde einen Eigentümer, der selbst verkaufen möchte, zunächst einige Fragen beantworten lassen:

  • Kenne ich den realistischen Marktwert meiner Immobilie?
  • Kann ich einen sinnvollen Angebotspreis festlegen?
  • Habe ich alle notwendigen Unterlagen?
  • Kann ich meine Immobilie sachlich präsentieren?
  • Habe ich Zeit für Telefonate, E-Mails und Besichtigungen?
  • Kann ich ernsthafte Interessenten von unverbindlichen Anfragen unterscheiden?
  • Kann ich mit Kritik an meiner Immobilie umgehen?
  • Traue ich mir eine Kaufpreisverhandlung über mehrere zehntausend Euro zu?
  • Kann ich die Finanzierung eines Käufers ausreichend einschätzen beziehungsweise entsprechende Nachweise einfordern?
  • Weiß ich, welche Informationen für die Vorbereitung des Kaufvertrags benötigt werden?

Wenn Sie diese Fragen überwiegend mit Ja beantworten können, kann ein Privatverkauf durchaus eine Option sein.

Wenn Sie bereits bei mehreren Punkten unsicher werden, sollten Sie zumindest überlegen, wo Sie Unterstützung benötigen.

 

Welche Vorteile hat ein Immobilienverkauf ohne Makler?

Der größte mögliche Vorteil eines Immobilienverkaufs ohne Makler ist die eingesparte Maklerprovision. Zusätzlich behalten Eigentümer die vollständige Kontrolle über Kommunikation, Besichtigungstermine und Verhandlungen.

Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • keine Maklerprovision für eine nicht beauftragte Maklerleistung
  • direkter Kontakt zwischen Eigentümer und Interessent
  • freie Entscheidung über Besichtigungstermine
  • volle Kontrolle über Vermarktung und Verhandlung
  • sehr gute persönliche Kenntnisse über die eigene Immobilie

Gerade der letzte Punkt kann ein echter Vorteil sein.

Niemand kennt Ihr Haus so gut wie Sie.

Sie wissen, wann die Heizung erneuert wurde.

Sie kennen die Nachbarn.

Sie wissen, wie morgens die Sonne in die Küche fällt.

Sie kennen den Garten im Sommer und wissen vielleicht sogar, warum Sie sich vor zwanzig Jahren genau für dieses Haus entschieden haben.

Diese persönlichen Informationen können einen Verkauf bereichern.

Sie haben allerdings auch eine Kehrseite.

 

Welche Nachteile hat ein Verkauf ohne Makler?

Beim Verkauf ohne Makler trägt der Eigentümer selbst die Verantwortung für Preisfindung, Vorbereitung, Vermarktung, Interessentenkommunikation und Verhandlung. Besonders schwierig können fehlende Marktkenntnis, hoher Zeitaufwand und die emotionale Bindung an die eigene Immobilie werden.

Sie kennen Ihr Haus wahrscheinlich besser als jeder Käufer.

Aber Sie sehen es auch mit anderen Augen.

Für Sie ist der kleine Kratzer im Parkett vielleicht die Stelle, an der Ihr Sohn als Kind mit einem Spielzeugauto gefahren ist.

Der Käufer sieht einen Boden, den er eventuell erneuern möchte.

Für Sie ist die Küche gemütlich.

Der Käufer rechnet möglicherweise bereits mit den Kosten einer neuen Küche.

Für Sie ist der Garten über Jahrzehnte gewachsen.

Der Käufer sieht Arbeit.

Das ist nicht böse gemeint.

Es sind einfach zwei unterschiedliche Perspektiven.

Die notwendige Distanz zur eigenen Immobilie ist beim Privatverkauf aus meiner Erfahrung eine der größten Herausforderungen.

Welche Aufgaben muss ich beim Immobilienverkauf ohne Makler selbst übernehmen?

Wer ohne Makler verkauft, übernimmt im Wesentlichen alle organisatorischen und vermarktungsbezogenen Aufgaben selbst: Bewertung, Unterlagenbeschaffung, Verkaufsvorbereitung, Präsentation, Anfragen, Besichtigungen, Käuferauswahl, Preisverhandlung und die Vorbereitung der Informationen für die notarielle Abwicklung.

Typischerweise gehören dazu:

  • Immobilie und Marktsituation einschätzen
  • Marktwert ermitteln
  • Angebotspreis festlegen
  • Unterlagen zusammentragen
  • Energieausweis organisieren
  • Grundrisse und Flächenangaben prüfen
  • Immobilie für Fotos und Besichtigungen vorbereiten
  • Fotos erstellen
  • Exposé verfassen
  • Immobilienanzeige veröffentlichen
  • Anfragen beantworten
  • Interessenten vorqualifizieren
  • Besichtigungstermine koordinieren
  • Besichtigungen durchführen
  • Rückfragen beantworten
  • Kaufpreis verhandeln
  • Finanzierung beziehungsweise Finanzierungsnachweise des Käufers berücksichtigen
  • notwendige Angaben für den Kaufvertrag bereitstellen
  • Verkauf bis zur Übergabe organisatorisch begleiten

Keine dieser Aufgaben ist für sich genommen unlösbar.

Die Herausforderung liegt darin, dass sie zusammengehören.

 

Wie ermittle ich den richtigen Immobilienwert ohne Makler?

Der Marktwert einer Immobilie sollte anhand von Lage, Grundstück, Wohnfläche, Baujahr, Zustand, Ausstattung, Modernisierungen, rechtlichen Besonderheiten und aktueller Nachfrage beurteilt werden. Angebotspreise aus Immobilienportalen allein reichen für eine belastbare Einschätzung nicht aus.

Hier würde ich besonders vorsichtig sein.

Viele Privatverkäufer beginnen mit einer Suche im Internet.

Ein ähnliches Haus wird für 750.000 Euro angeboten.

Also müsste das eigene doch ebenfalls ungefähr 750.000 Euro wert sein.

Vielleicht.

Vielleicht aber auch nicht.

Denn Sie wissen zunächst nicht, ob dieses andere Haus tatsächlich für diesen Preis verkauft wird.

Und selbst zwei Häuser in derselben Straße können sich bei Grundstück, Wohnfläche, Zustand, Grundriss und Modernisierungen erheblich unterscheiden.

Wenn Sie zunächst verstehen möchten, wodurch der Marktwert einer Immobilie entsteht, finden Sie weitere Informationen in meinem Ratgeber Marktwert einer Immobilie ermitteln. Wie ich eine Immobilie persönlich einschätze, erläutere ich außerdem auf meiner Seite zur Immobilienbewertung in Hamburg.

 

Wie lege ich beim Privatverkauf den richtigen Angebotspreis fest?

Der Angebotspreis sollte aus dem realistischen Marktwert und einer passenden Verkaufsstrategie abgeleitet werden. Er sollte weder allein aus einem Wunschpreis noch aus dem höchsten vergleichbaren Online-Angebot entstehen.

Der häufigste Gedanke lautet:

„Wir setzen etwas höher an. Runtergehen können wir immer noch.“

Das klingt zunächst logisch.

Es kann aber dazu führen, dass genau die Käufer, die eigentlich zur Immobilie passen würden, das Angebot bereits bei ihrer Suche aussortieren.

Gerade in den ersten Tagen einer Vermarktung erreicht eine neue Immobilie viele Interessenten, die den Markt bereits länger beobachten.

Diese Aufmerksamkeit lässt sich später nicht beliebig wiederholen.

Warum ein falscher Startpreis problematisch werden kann, erkläre ich ausführlich in Immobilienpreis zu hoch angesetzt – welche Folgen hat ein falscher Angebotspreis?.

 

Welche Unterlagen brauche ich beim Verkauf ohne Makler?

Auch bei einem Privatverkauf benötigen Käufer, finanzierende Banken und später der Notar verschiedene Informationen und Unterlagen zur Immobilie. Welche Dokumente erforderlich sind, hängt unter anderem davon ab, ob Sie ein Haus, eine Eigentumswohnung, ein Grundstück oder eine vermietete Immobilie verkaufen.

Typische Unterlagen können beispielsweise sein:

  • Grundbuchinformationen
  • Flurkarte beziehungsweise Lageplan
  • Grundrisse
  • Wohn- und Nutzflächenangaben
  • Bauunterlagen
  • Energieausweis
  • Nachweise über Modernisierungen
  • bei Eigentumswohnungen Unterlagen der Eigentümergemeinschaft
  • bei vermieteten Immobilien Mietunterlagen

Gerade bei einem Privatverkauf würde ich diese Unterlagen nicht erst zusammensuchen, wenn der erste Käufer danach fragt.

Eine vollständige Übersicht finden Sie in meinem Ratgeber Welche Unterlagen brauche ich beim Immobilienverkauf?.

 

Muss ich meine Immobilie vor einem Privatverkauf renovieren?

Nein. Auch beim Verkauf ohne Makler ist eine umfassende Renovierung nicht automatisch sinnvoll. Entscheidend ist, ob die geplanten Maßnahmen den Verkauf tatsächlich verbessern und ihr möglicher Nutzen in einem vernünftigen Verhältnis zu Kosten und Aufwand steht.

Viele Eigentümer möchten vor dem Verkauf noch schnell etwas machen.

Neue Wände.

Neue Böden.

Vielleicht ein neues Bad.

Manchmal ist das sinnvoll.

Manchmal wird viel Geld ausgegeben, das ein Käufer später nicht zusätzlich bezahlt.

Gleichzeitig sollten offensichtliche Schwächen einer Immobilie nicht einfach ignoriert werden.

Welche Faktoren tatsächlich wertrelevant sein können, finden Sie in Was mindert den Wert einer Immobilie?.

Und bevor Sie größere Investitionen starten, empfehle ich meinen Ratgeber Renovieren vor dem Immobilienverkauf – was lohnt sich wirklich?.

 

Wie erstelle ich selbst ein gutes Immobilienexposé?

Ein gutes Exposé sollte die Immobilie attraktiv, aber sachlich korrekt darstellen. Käufer benötigen nicht nur schöne Fotos, sondern nachvollziehbare Informationen zu Lage, Flächen, Ausstattung, Zustand, Energie, Grundstück und möglichen Besonderheiten.

Ich würde bei einem Privatverkauf zwei Fehler vermeiden.

Der erste:

Die Immobilie schlechter präsentieren, als sie tatsächlich ist.

Dunkle Handyfotos, unaufgeräumte Räume und ein Text aus fünf Sätzen verschenken möglicherweise Aufmerksamkeit.

Der zweite Fehler ist das Gegenteil:

Aus jedem Haus wird plötzlich eine „einzigartige Traumimmobilie in absoluter Toplage“.

Das braucht niemand.

Zeigen Sie die Stärken.

Aber bleiben Sie glaubwürdig.

Ein Käufer wird die Immobilie ohnehin besichtigen.

Eine gute Präsentation soll Interesse wecken – nicht eine Immobilie erfinden, die es in Wirklichkeit nicht gibt.

Wie gehe ich beim Privatverkauf mit Interessenten und Anfragen um?

Beim Privatverkauf sollten Anfragen nicht nur nach Schnelligkeit beantwortet, sondern sinnvoll eingeordnet werden. Entscheidend ist, ob der Interessent tatsächlich zur Immobilie passt, ernsthaft kaufen möchte und grundsätzlich in der Lage ist, den Kauf zu finanzieren.

Wenn eine Immobilie neu online geht, können innerhalb kurzer Zeit viele Nachrichten eintreffen.

Das fühlt sich zunächst gut an.

„20 Anfragen am ersten Tag – das läuft.“

Vielleicht.

Aber eine Anfrage ist noch kein Käufer.

Sie werden möglicherweise erleben:

  • Interessenten antworten plötzlich nicht mehr.
  • Besichtigungstermine werden kurzfristig abgesagt.
  • Menschen erscheinen ohne Absage gar nicht.
  • Kaufinteressenten haben ihre Finanzierung noch nicht geklärt.
  • Nach der Besichtigung wird ein völlig anderer Preis vorgeschlagen.
  • Interessenten möchten umfangreiche Unterlagen erhalten.

Deshalb gehört die Vorqualifizierung von Interessenten für mich zu den wichtigsten Aufgaben im Verkaufsprozess.

 

Wie führe ich eine Immobilienbesichtigung ohne Makler durch?

Bei einer Besichtigung sollten Eigentümer ihre Immobilie offen und sachlich präsentieren, Fragen beantworten und gleichzeitig beobachten, wie ernsthaft sich der Interessent mit dem Kauf beschäftigt. Ein Besichtigungstermin ist keine reine Führung durch das Haus, sondern ein wichtiger Teil der Käuferauswahl. Wie Sie eine Besichtigung konkret vorbereiten, durchführen und anschließend nachbereiten, erkläre ich ausführlich in meinem Ratgeber Besichtigung beim Immobilienverkauf – wie bereite ich Haus oder Wohnung richtig vor?.

Hier kommt die emotionale Seite wieder ins Spiel.

Stellen Sie sich vor, Sie führen einen Interessenten durch Ihr Haus.

Er sagt:

„Das Bad müsste komplett raus.“

Danach:

„Die Küche ist aber auch alt.“

Im Keller:

„Hier müsste man einiges machen.“

Und im Garten:

„Ganz schön viel Arbeit.“

Für den Käufer sind das wirtschaftliche Überlegungen.

Für Sie kann es sich nach Kritik an Ihrem Zuhause anhören.

Genau dann hilft Distanz.

Sie müssen Ihre Immobilie nicht verteidigen.

Sie müssen verstehen, welche Punkte für den Käufer tatsächlich kaufentscheidend sind.

 

Wie schwierig ist die Preisverhandlung ohne Makler?

Eine Kaufpreisverhandlung kann für Eigentümer anspruchsvoll sein, weil Käufer mögliche Mängel und Investitionen häufig gezielt nutzen, um einen niedrigeren Preis zu begründen. Wer selbst verkauft, sollte deshalb bereits vor der ersten Verhandlung wissen, welchen Preis er sachlich vertreten kann.

Das ist für mich einer der Punkte, an denen ein Privatverkauf besonders interessant wird.

Ein Käufer sagt vielleicht:

„Wir müssten noch 80.000 Euro investieren. Deshalb können wir höchstens 650.000 Euro bezahlen.“

Was machen Sie?

Sagen Sie sofort Nein?

Gehen Sie 20.000 Euro entgegen?

Fragen Sie nach der Berechnung?

Haben Sie noch andere ernsthafte Käufer?

Wie hoch war die Nachfrage?

Welche der genannten Investitionen sind tatsächlich wertrelevant?

Und wo liegt Ihre realistische Verhandlungsgrenze?

Eine gute Preisverhandlung beginnt deshalb nicht am Küchentisch mit dem Käufer.

Sie beginnt bereits bei der ursprünglichen Immobilienbewertung und Preisstrategie.

Wie prüfe ich einen Käufer beim Immobilienverkauf ohne Makler?

Bevor Sie anderen ernsthaften Interessenten absagen oder einen Notartermin vorbereiten lassen, sollte ausreichend geklärt sein, ob der ausgewählte Käufer den vereinbarten Kaufpreis finanzieren kann. Eine mündliche Kaufzusage allein bietet dafür keine ausreichende Sicherheit.

Dieser Punkt wird beim Privatverkauf manchmal unterschätzt.

Ein sympathischer Interessent sagt:

„Wir nehmen das Haus.“

Das ist schön.

Aber damit ist das Haus noch nicht verkauft.

Die Finanzierung muss funktionieren.

Die Bank kann weitere Objektunterlagen benötigen.

Es können Rückfragen entstehen.

Und erst danach geht es in Richtung Kaufvertrag.

Deshalb würde ich anderen ernsthaften Interessenten nicht vorschnell endgültig absagen, solange wesentliche Punkte noch offen sind. Wenn Sie selbst verkaufen, sollten Sie besonders darauf achten, wie belastbar die Finanzierung des ausgewählten Käufers tatsächlich ist. Was Finanzierungsbestätigung, Kapitalnachweis und Käuferprüfung dabei aussagen können, erkläre ich ausführlich unter Bonitätsprüfung beim Immobilienverkauf – wie prüfe ich, ob ein Käufer wirklich zahlen kann?.

 

Welche Kosten entstehen beim Immobilienverkauf ohne Makler trotzdem?

Auch ohne Makler ist ein Immobilienverkauf nicht automatisch kostenlos. Je nach Immobilie und Situation können beispielsweise Kosten für Unterlagen, Energieausweis, Vermarktung, Verkaufsvorbereitung, Finanzierungsthemen oder bestimmte Grundbuchangelegenheiten entstehen.

Die eingesparte Maklerprovision ist deshalb nicht automatisch identisch mit der gesamten Kostenersparnis.

Sie übernehmen verschiedene Leistungen selbst und müssen einzelne Leistungen möglicherweise extern einkaufen.

Welche möglichen Kosten Verkäufer berücksichtigen sollten, habe ich ausführlich in Welche Kosten entstehen beim Immobilienverkauf in Hamburg? zusammengestellt.

Auch steuerliche Fragen können je nach persönlicher Situation eine Rolle spielen. Eine allgemeine Orientierung finden Sie in Steuern beim Immobilienverkauf – wann können Eigentümer betroffen sein?.

 

Wie lange dauert ein Immobilienverkauf ohne Makler?

Ein Privatverkauf ist nicht automatisch schneller oder langsamer als ein Verkauf mit Makler. Die Dauer hängt vor allem von Vorbereitung, Angebotspreis, Nachfrage, Immobilienart, Käuferauswahl und Finanzierung ab. Eigentümer sollten für den gesamten Verkaufsprozess eher mehrere Monate als wenige Wochen einplanen.

Wenn Sie selbst verkaufen, kommt noch Ihre eigene verfügbare Zeit hinzu.

Können Sie tagsüber auf Interessenten reagieren?

Können Sie Besichtigungen unter der Woche durchführen?

Wie schnell können Sie fehlende Unterlagen beschaffen?

Wie lange brauchen Sie, um ein gutes Exposé vorzubereiten?

Und wie schnell können Sie Entscheidungen treffen?

Den gesamten zeitlichen Ablauf habe ich in Wie lange dauert ein Immobilienverkauf in Hamburg? ausführlich erklärt.

 

Wann ist ein Immobilienmakler sinnvoll?

Ein Immobilienmakler kann sinnvoll sein, wenn Eigentümer wenig Zeit haben, den Markt nicht sicher einschätzen können, emotionale Distanz fehlt oder sie Bewertung, Vermarktung, Interessentenmanagement und Verhandlung nicht selbst übernehmen möchten.

Ich würde Ihnen an dieser Stelle gern etwas sagen, das vielleicht ungewöhnlich für einen Makler klingt:

Nicht jeder Eigentümer braucht zwingend einen Immobilienmakler.

Wenn Sie Erfahrung haben, den Markt kennen, gerne organisieren und verhandeln und ausreichend Zeit besitzen, können Sie den Verkauf möglicherweise selbst durchführen.

Aber ein Makler kann besonders sinnvoll sein, wenn:

  • Sie den Immobilienwert nicht sicher einschätzen können.
  • Sie keine Zeit für Anfragen und Besichtigungen haben.
  • Sie weit von der Immobilie entfernt wohnen.
  • mehrere Eigentümer oder Erben beteiligt sind.
  • die Immobilie besondere Eigenschaften besitzt.
  • Sie sich bei der Preisverhandlung unwohl fühlen.
  • Sie nicht selbst mit Kaufinteressenten verhandeln möchten.
  • Sie Unterstützung bei Vorbereitung und Vermarktung wünschen.

Gerade bei einer geerbten Immobilie kann zusätzlich die emotionale und organisatorische Situation eine Rolle spielen.

Bei einer vermieteten Wohnung wiederum ist die Käufergruppe eine andere als bei einer freien Wohnung.

Es geht also nicht darum, ob ein Makler grundsätzlich besser ist.

Es geht darum, welcher Verkaufsweg zu Ihrer Immobilie und Ihrer Situation passt.

 

Immobilie selbst verkaufen oder Makler beauftragen – wie entscheide ich?

Die Entscheidung sollte nicht allein von der Maklerprovision abhängen. Vergleichen Sie vielmehr Zeitaufwand, Marktkenntnis, Verhandlungssicherheit, organisatorische Belastung und das mögliche Verkaufsergebnis. Dann lässt sich besser beurteilen, welcher Weg für Sie wirtschaftlich und persönlich sinnvoll ist.

Ich würde mir dafür fünf Fragen stellen:

  • Preis: Kann ich den Marktwert und einen sinnvollen Angebotspreis selbst bestimmen?
  • Zeit: Möchte ich die nächsten Wochen oder Monate Anfragen, Termine und Unterlagen selbst organisieren?
  • Menschen: Kann ich Interessenten einschätzen und auch unangenehme Gespräche führen?
  • Verhandlung: Kann ich bei einem hohen Vermögenswert ruhig und sachlich über den Kaufpreis verhandeln?
  • Distanz: Kann ich meine Immobilie aus Sicht eines Käufers betrachten?

Wenn Sie alle fünf Fragen klar mit Ja beantworten:

Dann spricht nichts dagegen, sich mit einem Privatverkauf ernsthaft zu beschäftigen.

Wenn Sie bei mehreren Punkten zögern:

Dann sollten Sie zumindest vergleichen, was Sie selbst übernehmen möchten und wobei professionelle Unterstützung sinnvoll sein könnte.

 

Häufige Fragen zum Immobilienverkauf ohne Makler

Darf ich mein Haus ohne Makler verkaufen?

Ja. Eigentümer können ihre Immobilie grundsätzlich selbst verkaufen. Ein Immobilienmakler ist für einen privaten Immobilienverkauf nicht zwingend vorgeschrieben.

Spare ich beim Verkauf ohne Makler Geld?

Wenn kein Makler beauftragt wird, fällt keine Maklerprovision für dessen Tätigkeit an. Trotzdem können im Zusammenhang mit dem Verkauf weitere Kosten entstehen. Außerdem sollten Zeitaufwand und das mögliche wirtschaftliche Ergebnis in die Entscheidung einbezogen werden.

Was ist der größte Fehler beim privaten Immobilienverkauf?

Einer der folgenreichsten Fehler kann eine falsche Preispositionierung sein. Ein zu niedriger Preis kann Geld kosten, während ein deutlich zu hoher Preis passende Käufer abschrecken und die Vermarktung verlängern kann.

Kann ich den Wert meiner Immobilie selbst bestimmen?

Sie können sich selbst einen ersten Überblick verschaffen. Für eine belastbare Marktwerteinschätzung sollten jedoch Lage, Grundstück, Flächen, Zustand, Ausstattung, Modernisierungen und aktuelle Marktnachfrage gemeinsam betrachtet werden.

Kann ich meine Immobilie einfach auf einem Immobilienportal einstellen?

Sie können eine Immobilie selbst inserieren. Vorher sollten jedoch Angebotspreis, Unterlagen, Energieausweis, Flächenangaben und Präsentation vorbereitet sein. Eine zu frühe Veröffentlichung kann später unnötige Probleme verursachen.

Brauche ich beim Verkauf ohne Makler einen Notar?

Ein Immobilienkaufvertrag wird in Deutschland notariell beurkundet. Auch bei einem Privatverkauf erfolgt der eigentliche Immobilienkauf deshalb über einen Notar.

Wer erstellt den Kaufvertrag, wenn ich keinen Makler habe?

Der notarielle Kaufvertrag wird vom Notar vorbereitet. Verkäufer und Käufer müssen dafür die notwendigen Angaben und Informationen bereitstellen. Der Notar übernimmt die rechtliche Gestaltung und die gesetzlich vorgesehenen Aufgaben der notariellen Abwicklung.

Wie prüfe ich, ob ein Käufer bezahlen kann?

Vor einer verbindlichen Verkaufsentscheidung sollte die Finanzierung des Käufers ausreichend geklärt sein. Welche Nachweise im konkreten Fall sinnvoll sind, hängt von der Finanzierung und dem Verkaufsablauf ab.

Kann ich erst selbst verkaufen und später einen Makler beauftragen?

Grundsätzlich können Eigentümer ihre Verkaufsstrategie ändern. Allerdings kann eine Immobilie, die bereits längere Zeit erfolglos öffentlich angeboten oder mehrfach im Preis reduziert wurde, von Kaufinteressenten anders wahrgenommen werden. Deshalb sollte bereits der erste Marktauftritt gut vorbereitet sein.

Wann sollte ich lieber nicht selbst verkaufen?

Wenn Sie beim Marktwert unsicher sind, wenig Zeit haben, nicht selbst verhandeln möchten oder die Immobilie beziehungsweise Eigentümersituation besonders komplex ist, kann professionelle Unterstützung sinnvoll sein.

Mein persönlicher Rat zum Verkauf ohne Makler

Wenn Sie mich fragen:

„Herr Bluhm, kann ich mein Haus auch ohne Sie verkaufen?“

dann lautet meine Antwort:

Ja.

Natürlich können Sie das.

Ich halte nichts davon, Eigentümern einzureden, dass ein Immobilienverkauf ohne Makler grundsätzlich nicht funktionieren kann.

Aber ich würde Ihnen eine andere Frage stellen:

Warum möchten Sie selbst verkaufen?

Wenn Ihre Antwort lautet:

„Ich kenne mich mit Immobilien aus, habe Zeit, kann gut verhandeln und möchte den Prozess selbst übernehmen.“

Dann ist das eine nachvollziehbare Entscheidung.

Wenn Ihre einzige Antwort lautet:

„Ich möchte die Maklerprovision sparen.“

dann würde ich etwas genauer rechnen.

Denn bei einem Immobilienverkauf zählt am Ende nicht nur, was Sie ausgegeben haben.

Es zählt auch, welchen Preis Sie erzielt haben, wie viel Zeit Sie investiert haben und welche Risiken und Belastungen Sie selbst übernehmen mussten.

Und genau deshalb beginnt meine Arbeit nicht mit dem Satz:

„Unterschreiben Sie hier den Maklervertrag.“

Sondern mit einer Frage:

Wo stehen Sie gerade?

Vielleicht brauchen Sie einen Makler.

Vielleicht brauchen Sie zunächst nur eine realistische Einschätzung Ihrer Immobilie.

Und vielleicht stellen Sie danach fest, dass Sie den Verkauf selbst durchführen möchten.

Auch das ist eine Entscheidung, die ich respektiere.

Die meisten Eigentümer brauchen zunächst keinen Makler. Sie brauchen Klarheit.

Wenn Sie deshalb als ersten Schritt nur wissen möchten, welchen Wert Ihre Immobilie aktuell hat, finden Sie weitere Informationen auf meiner Seite zur Immobilienbewertung in Hamburg.

Wenn Sie sich dagegen bereits für professionelle Begleitung interessieren, erkläre ich auf Immobilie verkaufen in Hamburg, wie ich Eigentümer vom ersten Gespräch bis zur Übergabe begleite.

Und wenn Sie zunächst selbst weiter recherchieren möchten, finden Sie in meinem Immobilienratgeber für Eigentümer weitere Informationen zu Preisfindung, Unterlagen, Renovierung, Steuern, Kosten, Verkaufsdauer und besonderen Verkaufssituationen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information über einen privaten Immobilienverkauf. Er stellt keine Rechts-, Steuer- oder Finanzierungsberatung dar. Welche Anforderungen und Folgen im konkreten Immobilienverkauf bestehen, hängt von der jeweiligen Immobilie und persönlichen Situation ab. Bei konkreten rechtlichen, steuerlichen oder finanzierungsbezogenen Fragen wenden Sie sich bitte an die jeweils zuständige fachkundige Stelle.

Über Dirk Bluhm

Hinter jeder Immobilie steckt eine Geschichte. Genau deshalb bin ich Immobilienmakler geworden.

Mein Name ist Dirk Bluhm und ich bin Inhaber von HAMBURG IMMOBILIEN Dirk Bluhm in Hamburg. Ich begleite Eigentümer beim Verkauf von Häusern, Wohnungen, Grundstücken und Mehrfamilienhäusern in Hamburg und Umgebung.

In den vergangenen Jahren habe ich zahlreiche Eigentümer kennengelernt, die vor ganz unterschiedlichen Herausforderungen standen. Manche mussten das Elternhaus verkaufen, andere eine geerbte Wohnung. Wieder andere standen vor einem Umzug, einer Scheidung oder der Frage, wie sie ihre Immobilie im Alter sinnvoll nutzen können.

Dabei habe ich festgestellt, dass die meisten Menschen nicht zuerst einen Makler suchen. Sie suchen Klarheit. Sie möchten wissen, was ihre Immobilie wert ist, wie der Verkaufsprozess abläuft und welche Entscheidung für ihre persönliche Situation die richtige ist.

Genau dabei möchte ich helfen.

Mein Schwerpunkt liegt auf der Immobilienbewertung und dem Verkauf von Wohnimmobilien in Hamburg. Dazu gehören unter anderem Häuser, Eigentumswohnungen, Grundstücke und Mehrfamilienhäuser in Stadtteilen wie Wandsbek, Rahlstedt, Poppenbüttel, Hummelsbüttel, Winterhude, Eimsbüttel und dem Alstertal.

Die Inhalte auf dieser Webseite basieren auf Erfahrungen aus meiner täglichen Arbeit mit Eigentümern. Ich teile hier Wissen rund um Immobilienbewertung, Immobilienverkauf, Preisfindung, Vermarktung, Besichtigungen, Kaufpreisverhandlungen, Notartermine und die erfolgreiche Übergabe von Immobilien.

Mein Ziel ist es, Eigentümern verständliche Informationen, nachvollziehbare Empfehlungen und Orientierung für wichtige Entscheidungen zu geben. Offen, ehrlich und ohne unnötiges Fachchinesisch.

Wenn Sie sich gerade mit dem Gedanken beschäftigen, Ihre Immobilie zu verkaufen oder den aktuellen Marktwert Ihrer Immobilie erfahren möchten, freue ich mich auf ein persönliches Gespräch.

Vielleicht beginnt auch Ihre Immobiliengeschichte mit einer Tasse Kaffee und einer unverbindlichen Frage.

Dirk Bluhm auf einen Blick

  • Immobilienmakler in Hamburg
  • Inhaber von HAMBURG IMMOBILIEN Dirk Bluhm
  • Schwerpunkt: Immobilienbewertung und Immobilienverkauf
  • Tätigkeitsgebiet: Hamburg und Umgebung
  • Themengebiete: Häuser, Wohnungen, Grundstücke, Mehrfamilienhäuser, Erbschaftsimmobilien, vermietete Wohnungen und Eigentümerberatung

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