Besichtigung beim Immobilienverkauf – wie bereite ich Haus oder Wohnung richtig vor?

Sep. 7, 2026 | Ratgeber

Autor: Dirk Bluhm | Immobilienmakler in Hamburg

Immobilienmakler, Eigentümerberater und Inhaber von HAMBURG IMMOBILIEN Dirk Bluhm. Spezialisiert auf den Verkauf von Häusern, Wohnungen und Grundstücken in Hamburg. Schwerpunkte: Immobilienbewertung, Immobilienverkauf, Erbschaftsimmobilien, vermietete Wohnungen und Eigentümerberatung.

Eine Besichtigung beim Immobilienverkauf sollte so vorbereitet werden, dass Interessenten die Immobilie gepflegt, ehrlich und ohne unnötige Ablenkung erleben können. Wichtig sind Sauberkeit, Ordnung, Licht, frische Luft, ein gepflegter Eingangs- und Außenbereich sowie Antworten auf typische Käuferfragen. Die Immobilie muss dabei nicht perfekt aussehen. Entscheidend ist, dass ihre tatsächlichen Stärken erkennbar sind und bekannte Schwächen nicht verschwiegen werden.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Sauberkeit und Ordnung sind wichtiger als Perfektion: Eine Immobilie sollte gepflegt wirken, aber nicht künstlich inszeniert werden.
  • Der erste Eindruck beginnt vor der Haustür: Eingang, Vorgarten, Treppenhaus oder Zuwegung gehören zur Besichtigung dazu.
  • Helle Räume wirken besser: Rollläden und Vorhänge öffnen, Licht einschalten und dunkle Bereiche vermeiden.
  • Vorher gut lüften: Gerüche werden von Bewohnern häufig weniger wahrgenommen als von Besuchern.
  • Nicht alles leer räumen: Interessenten sollen erkennen können, wie Räume genutzt werden können.
  • Persönliches reduzieren: Sehr private Gegenstände, Wertsachen und sensible Unterlagen sollten vor Besichtigungen weggeräumt werden.
  • Mängel nicht verstecken: Bekannte Schwächen sollten sachlich und ehrlich behandelt werden.
  • Interessenten brauchen Ruhe: Eine gute Besichtigung ist keine Dauerpräsentation. Käufer müssen eine Immobilie selbst wahrnehmen können.
  • Fragen vorbereiten: Angaben zu Baujahr, Wohnfläche, Heizung, Modernisierungen, Energieausweis und laufenden Kosten sollten möglichst verfügbar sein.
  • Nach der Besichtigung beginnt die Käuferauswahl: Ernsthaftes Interesse sollte von unverbindlicher Begeisterung unterschieden werden.

Inhaltsverzeichnis

Warum ist die Besichtigung beim Immobilienverkauf so wichtig?

Bei einer Besichtigung entsteht aus einem Exposé und einigen Bildern eine reale Immobilie. Interessenten prüfen nicht nur Größe, Zustand und Ausstattung, sondern entwickeln häufig innerhalb kurzer Zeit ein Gefühl dafür, ob sie sich vorstellen können, dort zu wohnen.

Bis zu diesem Moment kennt ein Interessent Ihre Immobilie meistens nur vom Bildschirm.

Er hat Bilder gesehen.

Er kennt die Wohnfläche.

Vielleicht hat er sich den Grundriss mehrfach angesehen.

Aber erst wenn er durch die Haustür geht, wird aus einem Immobilienangebot ein möglicher zukünftiger Lebensmittelpunkt.

Und genau deshalb halte ich Besichtigungen für einen sehr wichtigen Teil des Verkaufs.

Es geht dabei allerdings nicht darum, eine perfekte Kulisse zu erschaffen.

Ein älteres Bad bleibt ein älteres Bad.

Eine Heizung aus einem älteren Baujahr wird durch eine schöne Tischdekoration nicht neuer.

Eine gute Besichtigung soll deshalb nichts verstecken.

Sie soll dafür sorgen, dass ein Interessent die Immobilie so wahrnehmen kann, wie sie tatsächlich ist – nur gut vorbereitet.

Wie bereite ich eine Immobilie auf die Besichtigung vor?

Vor einer Besichtigung sollte die Immobilie sauber, ordentlich, gut gelüftet und möglichst hell sein. Räume sollten ihren Zweck erkennen lassen und nicht durch unnötige Gegenstände überladen wirken. Größere Renovierungen sind dafür normalerweise nicht erforderlich.

Ich würde eine Immobilie vor der ersten Besichtigung einmal mit den Augen eines Menschen betrachten, der noch nie dort gewesen ist.

Das ist für Eigentümer gar nicht so einfach.

Wenn Sie seit vielen Jahren in einem Haus wohnen, nehmen Sie bestimmte Dinge kaum noch wahr.

Den vollen Garderobenständer im Eingangsbereich.

Die Kartons im Arbeitszimmer.

Die drei Paar Schuhe vor der Haustür.

Die kleine defekte Lampe im Flur.

Für Sie gehört das zum Alltag.

Ein Interessent sieht all das zum ersten Mal.

Deshalb gehe ich bei der Vorbereitung lieber Raum für Raum vor.

  • Ist der Raum ordentlich?
  • Ist er gut zugänglich?
  • Ist seine Nutzung erkennbar?
  • Wirkt er unnötig voll?
  • Funktioniert die Beleuchtung?
  • Gibt es etwas, das sofort negativ auffällt?

Oft reichen kleine Veränderungen.

 

Wie viel sollte ich vor einer Besichtigung aufräumen?

Vor einer Besichtigung sollte so weit aufgeräumt werden, dass Räume, Flächen und Laufwege gut erkennbar sind. Eine bewohnte Immobilie muss dabei nicht aussehen wie ein unbewohntes Musterhaus.

Ich halte wenig davon, ein Zuhause vollständig seiner Persönlichkeit zu berauben.

Natürlich dürfen dort Bücher stehen.

Natürlich darf man erkennen, dass Menschen in diesem Haus leben.

Problematisch wird es erst, wenn zu viele Dinge die Immobilie selbst überlagern.

Ein kleiner Raum wirkt noch kleiner, wenn er sehr vollgestellt ist.

Eine schöne Arbeitsplatte verschwindet unter Küchengeräten, Papier und Alltagsgegenständen.

Ein großzügiger Flur wirkt eng, wenn Jacken, Schuhe und Taschen überall stehen.

Deshalb lautet mein Grundsatz:

Nicht leer räumen – sondern Ruhe in die Räume bringen.

Sehr persönliche Dinge würde ich ebenfalls reduzieren.

Dazu gehören beispielsweise private Dokumente, Medikamente, große Mengen persönlicher Fotos und natürlich Wertsachen.

 

Wie wichtig sind Reinigung, Licht und Gerüche?

Sauberkeit, gutes Licht und frische Luft haben großen Einfluss auf den ersten Eindruck. Sie verändern nicht den objektiven Immobilienwert, können aber dafür sorgen, dass Interessenten Zustand, Räume und Atmosphäre positiver und ungestörter wahrnehmen.

Eine Immobilie muss nicht steril sein.

Aber Küche und Badezimmer sollten sauber sein.

Fenster sollten nicht den Eindruck erwecken, seit Jahren nicht gereinigt worden zu sein.

Und auch Keller, Abstellräume oder Hauswirtschaftsräume gehören zur Immobilie.

Beim Licht würde ich es einfach halten:

  • Vorhänge öffnen,
  • Rollläden hochziehen,
  • dunkle Räume zusätzlich beleuchten,
  • defekte Leuchtmittel vorher austauschen.

Auch Lüften ist wichtig.

Menschen gewöhnen sich an Gerüche in der eigenen Wohnung.

Ein Besucher tut das nicht.

Ich würde deshalb vor einem Termin gründlich lüften.

Von starken Raumdüften halte ich dagegen wenig.

Wenn es plötzlich überall intensiv nach Vanille, Zitrone oder künstlichem „frischem Leinen“ riecht, kann das sogar die Frage auslösen, ob damit etwas überdeckt werden soll.

Frische Luft ist für mich besser als künstlicher Duft.

Wie bereite ich Garten und Außenbereich vor?

Bei einem Haus beginnt die Besichtigung bereits an Grundstück, Zufahrt, Vorgarten und Haustür. Der Außenbereich muss nicht perfekt gestaltet sein, sollte aber gepflegt und gut zugänglich wirken.

Gerade beim Einfamilienhaus wird der erste Eindruck oft schon gebildet, bevor wir überhaupt die Tür geöffnet haben.

Deshalb würde ich vor Besichtigungen beispielsweise prüfen:

  • Ist der Weg zur Haustür frei?
  • Ist der Eingangsbereich ordentlich?
  • Stehen Mülltonnen unnötig im Blickfeld?
  • Ist die Terrasse grundsätzlich nutzbar?
  • Sind stark überwachsene Wege oder Zugänge freigeschnitten?
  • Kann man den Garten vernünftig ansehen?

Auch hier muss niemand kurz vor dem Verkauf einen Gartenarchitekten bestellen.

Ein gepflegter, ehrlicher Eindruck reicht völlig aus.

 

Sollte ich vor der Besichtigung noch etwas reparieren?

Kleine, offensichtliche Defekte können vor Besichtigungen sinnvoll behoben werden, wenn Aufwand und Kosten gering sind. Größere Renovierungen oder Modernisierungen sollten dagegen nicht allein für einen besseren Besichtigungseindruck durchgeführt werden.

Eine lockere Türklinke.

Eine kaputte Glühbirne.

Eine klemmende Tür.

Ein tropfender Wasserhahn.

Solche Kleinigkeiten sind häufig schnell erledigt.

Und vor allem verhindern sie, dass sich beim Interessenten viele kleine negative Eindrücke addieren.

Bei größeren Dingen würde ich dagegen nicht spontan anfangen zu renovieren.

Ob beispielsweise ein älteres Bad, eine Küche oder Böden vor dem Verkauf erneuert werden sollten, ist eine wirtschaftliche Entscheidung und keine reine Besichtigungsvorbereitung.

Genau diese Abgrenzung behandle ich ausführlich in meinem Ratgeber Renovieren vor dem Immobilienverkauf – was lohnt sich wirklich?.

 

Welche Unterlagen sollte ich bei einer Besichtigung bereithalten?

Bei einer Besichtigung sollten wichtige Informationen zur Immobilie möglichst verfügbar sein. Dazu können Grundriss, Flächenangaben, Energieausweis, Informationen zur Heizung, Modernisierungen und – abhängig von der Immobilienart – weitere objektbezogene Unterlagen gehören.

Nicht jeder Interessent wird während der ersten Besichtigung einen kompletten Unterlagenordner durcharbeiten wollen.

Trotzdem sollte ich auf typische Fragen vorbereitet sein.

Wann wurde die Heizung eingebaut?

Wie groß ist das Grundstück?

Wann wurden die Fenster erneuert?

Gibt es einen Energieausweis?

Welche Modernisierungen wurden durchgeführt?

Bei einer Eigentumswohnung kommen weitere Themen hinzu, beispielsweise Hausgeld und Informationen zur Eigentümergemeinschaft.

Wenn ich auf fast jede Frage nur mit „Das müsste ich nachschauen“ antworte, wirkt der Verkaufsprozess schnell weniger vorbereitet.

Welche Dokumente Eigentümer für einen Verkauf typischerweise benötigen, habe ich deshalb ausführlich unter Welche Unterlagen brauche ich beim Immobilienverkauf? zusammengestellt.

 

Einzelbesichtigung oder Sammelbesichtigung – was ist besser?

Einzelbesichtigungen ermöglichen meist mehr Ruhe, individuelle Fragen und eine bessere Einschätzung des jeweiligen Interessenten. Sammelbesichtigungen können bei sehr hoher Nachfrage organisatorisch effizienter sein, erzeugen aber eine andere Atmosphäre.

Ich persönlich bevorzuge in vielen Fällen Termine, bei denen ich mich auf den jeweiligen Interessenten konzentrieren kann.

Denn eine Besichtigung ist für mich nicht nur eine Präsentation.

Ich möchte auch etwas über den Interessenten erfahren.

Was sucht er?

Warum interessiert ihn gerade diese Immobilie?

Was ist ihm wichtig?

Welche Fragen stellt er?

Eine Besichtigung mit vielen fremden Menschen gleichzeitig kann dagegen schnell unruhig werden.

Natürlich gibt es Situationen mit sehr hoher Nachfrage, in denen Termine gebündelt werden müssen.

Aber künstlich Druck zu erzeugen, indem möglichst viele Interessenten gleichzeitig durch eine Immobilie geschickt werden, halte ich nicht automatisch für eine gute Verkaufsstrategie.

 

Sollte der Eigentümer bei der Besichtigung dabei sein?

Ob ein Eigentümer bei einer Besichtigung dabei sein sollte, hängt von der Situation ab. Wird die Besichtigung durch einen Makler geführt, kann es sinnvoll sein, Interessenten Raum zu geben und den Eigentümer nicht während des gesamten Termins einzubeziehen.

Das hat nichts damit zu tun, dass der Eigentümer etwas falsch machen würde.

Es geht um die Atmosphäre.

Stellen Sie sich vor, Sie möchten ein Haus kaufen und der Eigentümer steht die ganze Zeit einen Meter neben Ihnen.

Dann sagen Sie vielleicht nicht:

„Die Küche würde ich sofort rausreißen.“

Oder:

„Das Schlafzimmer ist mir eigentlich zu klein.“

Sie bleiben höflich.

Damit erfahre ich aber weniger darüber, was Sie tatsächlich über die Immobilie denken.

Hinzu kommt die emotionale Seite für den Verkäufer.

Wenn ein Interessent ein Bad kritisiert, in dem Sie vor 20 Jahren mit viel Freude die Fliesen ausgesucht haben, kann sich eine sachliche Käuferbemerkung plötzlich sehr persönlich anfühlen.

Deshalb kann etwas Abstand beiden Seiten helfen.

 

Wie läuft eine gute Immobilienbesichtigung ab?

Eine gute Immobilienbesichtigung verbindet Orientierung mit genügend Freiraum. Interessenten sollten die wichtigen Bereiche der Immobilie sehen, Fragen stellen können und gleichzeitig Zeit bekommen, Räume selbst wahrzunehmen.

Ich halte wenig davon, eine Besichtigung wie eine Verkaufspräsentation ohne Pause durchzusprechen.

Natürlich erkläre ich wichtige Dinge.

Aber manchmal möchte ein Interessent einfach am Fenster stehen.

Auf den Balkon gehen.

Aus dem Wohnzimmer in den Garten schauen.

Oder einen Raum noch einmal alleine betrachten.

Das sind wichtige Momente.

Denn Immobilien werden nicht nur anhand einer Tabelle gekauft.

Menschen versuchen sich vorzustellen:

Kann ich hier leben?

Dafür brauchen sie manchmal einfach einen Moment Ruhe.

 

Wie gehe ich mit Fragen und Kritik von Interessenten um?

Fragen und kritische Bemerkungen sollten bei einer Besichtigung sachlich beantwortet werden. Eigentümer müssen ihre Immobilie nicht verteidigen. Kritik kann vielmehr zeigen, welche Punkte für einen Interessenten bei seiner Kaufentscheidung besonders wichtig sind.

Das ist für private Verkäufer manchmal einer der schwierigsten Teile.

Ein Interessent sagt:

„Das Bad müsste komplett neu.“

Dann kommt:

„Die Küche ist aber auch schon älter.“

Im Keller heißt es:

„Hier müsste man einiges machen.“

Und draußen:

„Der Garten macht bestimmt viel Arbeit.“

Für den Interessenten sind das vielleicht schlicht Punkte seiner Kalkulation.

Für Sie ist es Ihr Zuhause.

Das sind zwei vollkommen unterschiedliche Perspektiven.

Deshalb würde ich weder diskutieren noch versuchen, jeden Kritikpunkt zu widerlegen.

Wenn das Bad 25 Jahre alt ist, ist es 25 Jahre alt.

Ich muss daraus kein „Bad mit zeitlosem Charakter“ machen.

Ehrlichkeit wirkt bei einer Besichtigung glaubwürdiger als eine kreative Umschreibung offensichtlicher Tatsachen.

Wie gehe ich bei einer Besichtigung mit bekannten Mängeln um?

Bekannte relevante Mängel sollten beim Immobilienverkauf nicht verschwiegen oder durch die Präsentation bewusst verdeckt werden. Wie und wann ein bestimmter Mangel offengelegt werden sollte, hängt vom konkreten Sachverhalt ab und kann bei rechtlich relevanten Fragen fachliche Beratung erfordern.

Für meine praktische Arbeit ist der Grundgedanke trotzdem einfach:

Ich möchte Vertrauen aufbauen und nicht darauf hoffen, dass ein Käufer etwas nicht bemerkt.

Eine Immobilie darf Schwächen haben.

Fast jede gebrauchte Immobilie hat welche.

Entscheidend ist, vernünftig damit umzugehen.

Ein bekannter Feuchtigkeitsschaden wird nicht dadurch besser, dass bei der Besichtigung ein Schrank davorsteht.

Und eine ältere Heizung wird nicht jünger, wenn man das Baujahr nicht erwähnt.

Auch für die Preisstrategie können Zustand und Mängel relevant sein. Welche Faktoren den Immobilienwert beeinflussen können, erläutere ich in meinem Ratgeber Was mindert den Wert einer Immobilie?.

 

Was sollte ich bei Besichtigungen aus Sicherheitsgründen beachten?

Vor Besichtigungen sollten Wertsachen, Bargeld, Schmuck, Medikamente und sensible persönliche Unterlagen sicher verwahrt werden. Außerdem ist es sinnvoll, Besichtigungstermine nicht völlig unkontrolliert an unbekannte Anfragende zu vergeben.

Dieser Punkt wird bei der Vorbereitung manchmal vergessen.

Sie lassen fremde Menschen in Ihr Zuhause.

Das ist beim Immobilienverkauf notwendig, sollte aber organisiert geschehen.

Ich würde deshalb insbesondere:

  • Wertsachen wegräumen,
  • Bargeld nicht offen liegen lassen,
  • private Dokumente und Kontoauszüge entfernen,
  • Medikamente sicher verstauen,
  • Schlüssel nicht offen herumliegen lassen,
  • Interessenten vor einem Termin zumindest sinnvoll vorqualifizieren.

Auch deshalb halte ich es nicht für ideal, jedem Menschen, der online eine kurze Nachricht schreibt, sofort einen Besichtigungstermin anzubieten.

 

Was passiert nach der Besichtigung?

Nach einer Besichtigung sollte geklärt werden, ob echtes Kaufinteresse besteht, welche Fragen noch offen sind und ob weitere Unterlagen benötigt werden. Bei ernsthaften Kaufinteressenten folgt anschließend zunehmend die Prüfung, wie konkret und finanzierbar ein mögliches Kaufangebot ist.

„War schön, wir melden uns.“

Das kann alles bedeuten.

Deshalb ist die Nachbereitung wichtig.

Ich möchte wissen:

  • Besteht grundsätzlich weiteres Interesse?
  • Welche Punkte sind noch offen?
  • Werden zusätzliche Unterlagen benötigt?
  • Ist eine zweite Besichtigung sinnvoll?
  • Gibt es bereits eine konkrete Kaufpreisvorstellung?
  • Wie weit ist die Finanzierung vorbereitet?

Hier beginnt der Übergang von der Besichtigung zur Käuferauswahl.

Ein sympathisches Gespräch und große Begeisterung sind schön.

Aber sie ersetzen keine belastbare Finanzierung.

Wie Sie bei ernsthaftem Kaufinteresse Finanzierungsbestätigung, Kapitalnachweis und Finanzierung einordnen können, erkläre ich ausführlich in meinem Ratgeber Bonitätsprüfung beim Immobilienverkauf – wie prüfe ich, ob ein Käufer wirklich zahlen kann?.

 

Welche Fehler sollte ich bei einer Immobilienbesichtigung vermeiden?

Typische Fehler bei einer Immobilienbesichtigung sind mangelnde Vorbereitung, zu viel Verkaufsdruck, das Verschweigen relevanter Schwächen und eine fehlende Nachbereitung. Auch eine übertriebene Inszenierung kann unglaubwürdig wirken.

Vermeiden würde ich insbesondere:

  • kurz vor dem Termin hektisch aufzuräumen,
  • dunkle Räume und geschlossene Rollläden,
  • unangenehme oder künstlich überdeckte Gerüche,
  • offen herumliegende Wertsachen und private Unterlagen,
  • Interessenten während des gesamten Termins mit Informationen zu überladen,
  • offensichtliche Schwächen schönzureden,
  • auf Kritik persönlich oder gereizt zu reagieren,
  • Interessenten unter künstlichen Entscheidungsdruck zu setzen,
  • nach dem Termin nicht nachzufassen,
  • Begeisterung mit gesicherter Kaufabsicht zu verwechseln.

Für mich ist eine gute Besichtigung deshalb weder Show noch Verkaufstrick.

Sie ist ein gut vorbereiteter Termin, bei dem beide Seiten herausfinden können, ob Immobilie und Interessent zusammenpassen.

 

Häufige Fragen zur Besichtigung beim Immobilienverkauf

Wie lange sollte eine Immobilienbesichtigung dauern?

Eine feste Dauer gibt es nicht. Interessenten sollten ausreichend Zeit haben, alle wichtigen Bereiche anzusehen, Fragen zu stellen und die Immobilie ohne unnötigen Zeitdruck wahrzunehmen. Größe und Art der Immobilie beeinflussen die benötigte Zeit.

Muss ich vor einer Besichtigung renovieren?

Nein. Eine Renovierung ist für eine gute Besichtigung nicht grundsätzlich erforderlich. Sauberkeit, Ordnung, kleine Reparaturen und eine gepflegte Präsentation reichen häufig aus. Größere Investitionen sollten wirtschaftlich beurteilt werden.

Sollte eine Immobilie für Besichtigungen leer sein?

Nein. Auch eine bewohnte Immobilie kann sehr gut besichtigt werden. Wichtig ist, dass Räume nicht überfüllt wirken und Interessenten Größe, Nutzung und wesentliche Eigenschaften gut erkennen können.

Sollte ich vor der Besichtigung Kaffee kochen oder etwas backen?

Das ist nicht notwendig. Eine angenehme Atmosphäre ist sinnvoll, künstlich erzeugte Düfte oder eine übertriebene Inszenierung können dagegen schnell aufgesetzt wirken. Frische Luft und eine gepflegte Immobilie sind wichtiger.

Darf ein Interessent bei der Besichtigung Fotos machen?

Ob zusätzliche Fotos während einer Besichtigung erlaubt werden, sollte der Eigentümer beziehungsweise die verantwortliche Person vorher festlegen. Gerade bei bewohnten Immobilien spielen Privatsphäre und persönliche Gegenstände eine wichtige Rolle.

Sollte ich Haustiere bei einer Besichtigung im Haus lassen?

Wenn möglich, sollte die Besichtigung so organisiert werden, dass Haustiere weder gestresst werden noch Interessenten beeinträchtigen. Nicht jeder Besucher fühlt sich beispielsweise mit einem frei laufenden Hund oder einer Katze wohl.

Wie viele Interessenten sollte ich gleichzeitig besichtigen lassen?

Das hängt von Immobilie und Nachfrage ab. Einzelne oder kleine Termine ermöglichen häufig ruhigere Gespräche und eine bessere Einschätzung der Interessenten. Größere Sammeltermine können organisatorisch effizient sein, sind aber nicht für jede Immobilie sinnvoll.

Sollte ich bei Kritik am Haus den Preis verteidigen?

Nicht bei jeder Bemerkung. Interessenten nutzen eine Besichtigung auch, um Modernisierungsbedarf und persönliche Kosten einzuschätzen. Entscheidend ist, sachlich zu bleiben und Preisverhandlungen von der eigentlichen Besichtigung zu trennen.

Was mache ich, wenn ein Interessent nach der Besichtigung kaufen möchte?

Auch bei sofortigem Kaufinteresse sollte der weitere Prozess geordnet erfolgen. Offene Fragen, benötigte Unterlagen, Kaufangebot und Finanzierung sollten geklärt werden, bevor aus einer positiven Besichtigung eine belastbare Käuferentscheidung wird.

Mein persönlicher Rat für Besichtigungen

Wenn ich Eigentümern einen Rat zur Besichtigung geben müsste, wäre es dieser:

Versuchen Sie nicht, Ihre Immobilie perfekt erscheinen zu lassen.

Bereiten Sie sie gut vor.

Räumen Sie auf.

Machen Sie Licht.

Lüften Sie.

Beseitigen Sie kleine störende Dinge.

Und dann lassen Sie die Immobilie wirken.

Ich habe wenig davon, einem Interessenten in jedem Raum zu erklären, warum genau diese Ecke besonders schön ist.

Wenn er am Wohnzimmerfenster stehen bleibt und in den Garten schaut, lasse ich ihn schauen.

Wenn er das Bad kritisch betrachtet, muss ich ihm nicht erzählen, dass Fliesen aus den 1990er-Jahren gerade wieder modern werden.

Und wenn er eine Frage stellt, möchte ich sie möglichst klar beantworten.

Eine gute Besichtigung lebt für mich von zwei Dingen:

Vorbereitung und Ehrlichkeit.

Denn wir wollen nicht erreichen, dass möglichst viele Menschen nach einem Termin sagen:

„Tolles Haus.“

Wir möchten den Menschen finden, der nach einer vernünftigen Prüfung sagt:

„Dieses Haus passt zu mir – und ich möchte es kaufen.“

Genau deshalb gehört eine Besichtigung für mich zu einem größeren Verkaufsprozess. Wenn Sie den gesamten Ablauf von der Vorbereitung über Vermarktung und Käuferauswahl bis zum Notartermin kennenlernen möchten, finden Sie ihn in meinem kompletten Ratgeber zum Immobilienverkauf in Hamburg.

Wenn Sie Ihre Immobilie konkret verkaufen möchten, erfahren Sie auf Immobilie verkaufen in Hamburg, wie ich Eigentümer persönlich durch den gesamten Verkaufsprozess begleite.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information zur Vorbereitung und Durchführung von Immobilienbesichtigungen. Er stellt keine Rechts- oder Datenschutzberatung dar. Insbesondere bei Fragen zu Offenlegungspflichten, Mängeln, personenbezogenen Daten oder besonderen Umständen einer Immobilie kann eine individuelle fachliche oder rechtliche Prüfung erforderlich sein.

Über Dirk Bluhm

Hinter jeder Immobilie steckt eine Geschichte. Genau deshalb bin ich Immobilienmakler geworden.

Mein Name ist Dirk Bluhm und ich bin Inhaber von HAMBURG IMMOBILIEN Dirk Bluhm in Hamburg. Ich begleite Eigentümer beim Verkauf von Häusern, Wohnungen, Grundstücken und Mehrfamilienhäusern in Hamburg und Umgebung.

In den vergangenen Jahren habe ich zahlreiche Eigentümer kennengelernt, die vor ganz unterschiedlichen Herausforderungen standen. Manche mussten das Elternhaus verkaufen, andere eine geerbte Wohnung. Wieder andere standen vor einem Umzug, einer Scheidung oder der Frage, wie sie ihre Immobilie im Alter sinnvoll nutzen können.

Dabei habe ich festgestellt, dass die meisten Menschen nicht zuerst einen Makler suchen. Sie suchen Klarheit. Sie möchten wissen, was ihre Immobilie wert ist, wie der Verkaufsprozess abläuft und welche Entscheidung für ihre persönliche Situation die richtige ist.

Genau dabei möchte ich helfen.

Mein Schwerpunkt liegt auf der Immobilienbewertung und dem Verkauf von Wohnimmobilien in Hamburg. Dazu gehören unter anderem Häuser, Eigentumswohnungen, Grundstücke und Mehrfamilienhäuser in Stadtteilen wie Wandsbek, Rahlstedt, Poppenbüttel, Hummelsbüttel, Winterhude, Eimsbüttel und dem Alstertal.

Die Inhalte auf dieser Webseite basieren auf Erfahrungen aus meiner täglichen Arbeit mit Eigentümern. Ich teile hier Wissen rund um Immobilienbewertung, Immobilienverkauf, Preisfindung, Vermarktung, Besichtigungen, Kaufpreisverhandlungen, Notartermine und die erfolgreiche Übergabe von Immobilien.

Mein Ziel ist es, Eigentümern verständliche Informationen, nachvollziehbare Empfehlungen und Orientierung für wichtige Entscheidungen zu geben. Offen, ehrlich und ohne unnötiges Fachchinesisch.

Wenn Sie sich gerade mit dem Gedanken beschäftigen, Ihre Immobilie zu verkaufen oder den aktuellen Marktwert Ihrer Immobilie erfahren möchten, freue ich mich auf ein persönliches Gespräch.

Vielleicht beginnt auch Ihre Immobiliengeschichte mit einer Tasse Kaffee und einer unverbindlichen Frage.

Dirk Bluhm auf einen Blick

  • Immobilienmakler in Hamburg
  • Inhaber von HAMBURG IMMOBILIEN Dirk Bluhm
  • Schwerpunkt: Immobilienbewertung und Immobilienverkauf
  • Tätigkeitsgebiet: Hamburg und Umgebung
  • Themengebiete: Häuser, Wohnungen, Grundstücke, Mehrfamilienhäuser, Erbschaftsimmobilien, vermietete Wohnungen und Eigentümerberatung

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