Sachwertverfahren Immobilie – Wie wird der Sachwert einer Immobilie berechnet?
Beim Sachwertverfahren wird der Wert einer Immobilie im Wesentlichen aus dem Bodenwert und dem Sachwert der baulichen Anlagen ermittelt. Berücksichtigt werden unter anderem Gebäudeart, Herstellungskosten, Alter und wirtschaftliche Restnutzungsdauer. Aus diesen Bestandteilen entsteht zunächst ein vorläufiger Sachwert, der anschließend an die Verhältnisse des örtlichen Immobilienmarktes angepasst wird. Das Verfahren kommt häufig bei selbst genutzten Immobilien wie Ein- und Zweifamilienhäusern infrage.
Das Wichtigste in Kürze
Das Sachwertverfahren betrachtet eine Immobilie zunächst sehr sachlich: Was ist das Grundstück wert und welchen Wert haben die darauf befindlichen baulichen Anlagen? Genau deshalb eignet sich das Verfahren besonders für Immobilien, bei denen die vorhandene Substanz eine wichtige Rolle spielt.
Wichtig ist aber: Der rechnerische Sachwert ist noch nicht automatisch der Preis, den ein Käufer später bezahlt. Erst durch die Marktanpassung wird berücksichtigt, wie der örtliche Immobilienmarkt die Immobilie tatsächlich bewertet.
Ein häufiger Denkfehler besteht darin, eigene Investitionen einfach zum Immobilienwert hinzuzurechnen. Wenn Sie 40.000 Euro in ein neues Bad, die Heizung oder den Garten investiert haben, bedeutet das nicht automatisch, dass Ihre Immobilie heute 40.000 Euro mehr wert ist.
Mein persönlicher Rat lautet deshalb: Betrachten Sie nicht nur, was Sie in Ihre Immobilie investiert haben. Fragen Sie sich immer auch, welchen zusätzlichen Nutzen ein Käufer darin tatsächlich sieht.
Inhaltsverzeichnis
Was ist das Sachwertverfahren bei einer Immobilie?
Wann wird das Sachwertverfahren angewendet?
Eine typische Situation am Küchentisch
Wie funktioniert das Sachwertverfahren?
Wie wird der Bodenwert berücksichtigt?
Wie wird der Wert des Gebäudes ermittelt?
Welche Rolle spielen Alter und Restnutzungsdauer?
Erhöht jede Modernisierung automatisch den Immobilienwert?
Mein persönlicher Tipp vor einer Immobilienbewertung
Warum ist die Marktanpassung so wichtig?
Ist der Sachwert automatisch der Verkaufspreis?
Wo liegen die Grenzen des Sachwertverfahrens?
Sachwertverfahren oder Vergleichswertverfahren?
Sachwertverfahren oder Ertragswertverfahren?
Warum muss das Sachwertverfahren in Hamburg lokal betrachtet werden?
Häufige Fragen zum Sachwertverfahren
Was ist das Sachwertverfahren bei einer Immobilie?
Das Sachwertverfahren gehört neben dem Vergleichswertverfahren und dem Ertragswertverfahren zu den grundlegenden Verfahren der Immobilienbewertung. Vereinfacht gesagt wird betrachtet, welchen Wert Grundstück und Gebäude unter Berücksichtigung ihrer tatsächlichen Eigenschaften und der örtlichen Marktverhältnisse haben.
Wenn wir gemeinsam an Ihrem Küchentisch säßen, würde ich vermutlich nicht mit Fachbegriffen anfangen.
Ich würde sagen: Stellen wir Ihre Immobilie gedanklich einmal in zwei Teilen vor uns hin.
Auf der einen Seite liegt das Grundstück.
Auf der anderen Seite steht das Haus.
Beides betrachten wir zunächst getrennt. Danach führen wir die Werte wieder zusammen und prüfen, wie der Markt diese Immobilie tatsächlich einordnet.
Damit haben Sie den Grundgedanken des Sachwertverfahrens schon ziemlich gut verstanden.
Natürlich ist die tatsächliche Berechnung umfangreicher. Aber mir ist wichtig, dass Sie als Eigentümer nachvollziehen können, was hinter dem Ergebnis steckt.
Eine Immobilienbewertung sollte für mich keine Blackbox sein, bei der am Ende irgendwo eine Zahl herausfällt.
Wann wird das Sachwertverfahren angewendet?
Das Sachwertverfahren kommt insbesondere bei Immobilien infrage, bei denen die Eigennutzung und die vorhandene bauliche Substanz für die Wertbeurteilung eine wichtige Rolle spielen. Typische Anwendungsfälle können Ein- und Zweifamilienhäuser sein. Welches Verfahren tatsächlich am besten geeignet ist, hängt jedoch von der konkreten Immobilie und den verfügbaren Marktdaten ab.
Genau an dieser Stelle werde ich bei sehr einfachen Regeln vorsichtig.
Man hört manchmal: Einfamilienhaus gleich Sachwertverfahren. Vermietete Immobilie gleich Ertragswertverfahren.
So einfach würde ich es Ihnen nicht erklären.
Wenn bei einem Einfamilienhaus beispielsweise ausreichend gute Vergleichsfälle vorhanden sind, können diese ebenfalls sehr wichtige Hinweise liefern.
Für mich lautet die entscheidende Frage deshalb nicht: Welche Methode verwenden wir normalerweise?
Die entscheidende Frage lautet: Welche Betrachtung bildet genau diese Immobilie am sinnvollsten ab?
Eine typische Situation am Küchentisch
Ein Gespräch, das ich in ähnlicher Form immer wieder führe, beginnt ungefähr so: Wir sitzen zusammen, schauen auf die Immobilie und der Eigentümer sagt irgendwann: „Dirk, allein was wir alles in das Haus investiert haben, muss doch den Wert deutlich erhöhen.“
Ich kann diesen Gedanken sehr gut verstehen.
Vielleicht wurde das Dach erneuert. Die Fenster wurden ausgetauscht. Das Badezimmer wurde modernisiert. Die Terrasse wurde neu gemacht. Vielleicht steckt auch sehr viel Eigenleistung in der Immobilie.
Dann liegt es nahe, all diese Investitionen gedanklich zusammenzurechnen.
Nur funktioniert der Immobilienmarkt nicht ganz so.
Ein Käufer fragt nicht zuerst: „Wie viel Geld hat der Eigentümer hier hineingesteckt?“
Er fragt: „Was bekomme ich heute für mein Geld?“
Und genau das ist manchmal der Punkt, an dem eine ehrliche Bewertung etwas nüchterner ausfällt als die eigene Erinnerung an all die Investitionen.
Das ist nicht negativ gemeint. Es ist einfach die Perspektive des Marktes.
Wie funktioniert das Sachwertverfahren?
Beim Sachwertverfahren werden Bodenwert und Gebäudesachwert zunächst getrennt ermittelt. Beim Gebäude werden unter anderem standardisierte Herstellungskosten, Gebäudeart, Alter und wirtschaftliche Restnutzungsdauer berücksichtigt. Anschließend werden die Bestandteile zusammengeführt und der vorläufige Sachwert an die Verhältnisse des örtlichen Immobilienmarktes angepasst.
Der Ablauf ist also systematisch.
Das bedeutet aber nicht, dass die Berechnung automatisch richtig ist, nur weil eine Formel korrekt ausgefüllt wurde.
Genau hier liegt aus meiner Sicht eine der größten Missverständnisse bei Immobilienbewertungen.
Wenn die Ausgangsdaten falsch eingeordnet werden, kann auch eine mathematisch saubere Berechnung zu einem schlechten Ergebnis führen.
Deshalb schaue ich lieber zuerst auf die Immobilie und danach auf die Zahl.
Wie wird der Bodenwert berücksichtigt?
Der Bodenwert beschreibt den Wert des Grundstücks beziehungsweise des Grundstücksanteils. Bodenrichtwerte können dafür eine wichtige Grundlage darstellen. Der konkrete Wert des Grundstücks muss jedoch die tatsächlichen Eigenschaften des Grundstücks berücksichtigen und darf nicht automatisch mit dem Bodenrichtwert gleichgesetzt werden.
Gerade hier ist eine einfache Rechnung sehr verführerisch.
Bodenrichtwert mal Grundstücksfläche gleich Grundstückswert.
Fertig.
So würde ich allerdings nicht aufhören.
Wie ist das Grundstück geschnitten? Wie kann es genutzt werden? Gibt es Besonderheiten? Wie ist die konkrete Lage? Ist das Grundstück gut bebaubar? Passt es überhaupt zu den typischen Eigenschaften der jeweiligen Bodenrichtwertzone?
Gerade in Hamburg können solche Unterschiede erheblich sein.
Ein Bodenrichtwert ist für mich deshalb eine wichtige Orientierung.
Aber er ist kein fertiges Preisschild.
Wie wird der Wert des Gebäudes ermittelt?
Beim Gebäudesachwert werden nicht einfach die ursprünglichen Baukosten des Hauses verwendet. Stattdessen wird mit standardisierten Bewertungsansätzen gearbeitet, die unter anderem Gebäudeart, relevante Gebäudemerkmale, Alter und wirtschaftliche Restnutzungsdauer berücksichtigen.
Das ist auch logisch.
Ein Haus, das vor 40 Jahren gebaut wurde, kann heute nicht so behandelt werden, als wäre es gestern fertiggestellt worden.
Genauso wenig reicht es, einfach die damaligen Baukosten herauszusuchen.
Mich interessiert, was heute tatsächlich vorhanden ist.
Zwei Häuser können dasselbe Baujahr und eine ähnliche Wohnfläche haben und trotzdem vollkommen unterschiedlich dastehen.
Beim einen wurden Dach, Fenster, Heizung und Leitungen regelmäßig modernisiert.
Beim anderen wurde vieles immer wieder verschoben.
Auf dem Papier sehen beide Häuser vielleicht ähnlich aus.
Wenn man davorsteht, erzählen sie zwei unterschiedliche Geschichten.
Welche Rolle spielen Alter und Restnutzungsdauer?
Das Alter eines Gebäudes wird im Sachwertverfahren über seine wirtschaftliche Betrachtung berücksichtigt. Dabei spielen insbesondere Gesamtnutzungsdauer und Restnutzungsdauer eine Rolle. Ein älteres Gebäude wird deshalb nicht so bewertet, als hätte es dieselbe wirtschaftliche Nutzungsdauer wie ein vergleichbarer Neubau.
Das Baujahr allein reicht mir trotzdem nicht.
Wenn Sie mir sagen, Ihr Haus wurde 1970 gebaut, weiß ich etwas.
Aber ich weiß noch lange nicht genug.
Mich interessiert, was seit 1970 passiert ist.
Wann wurde das Dach gemacht? Wie alt sind die Fenster? Was ist mit der Heizung? Wie sehen Elektrik und Leitungen aus? Gab es Umbauten? Wurden energetische Maßnahmen durchgeführt?
Ich formuliere es gern so: Das Baujahr sagt mir, wann das Haus entstanden ist. Der heutige Zustand sagt mir, was daraus geworden ist.
Erhöht jede Modernisierung automatisch den Immobilienwert?
Nein. Eine Modernisierung kann den Wert einer Immobilie positiv beeinflussen, aber die investierten Kosten erhöhen den Immobilienwert nicht automatisch in gleicher Höhe. Entscheidend ist, welchen tatsächlichen Nutzen die Maßnahme für die Immobilie und für einen zukünftigen Käufer hat.
Das ist manchmal nicht die angenehmste Antwort.
Wenn Sie vor einigen Jahren 30.000 oder 40.000 Euro investiert haben, ist es vollkommen verständlich, dass Sie diesen Betrag gedanklich zum Immobilienwert hinzurechnen.
Der Käufer betrachtet die Sache allerdings anders.
Ein neues Dach kann für ihn sehr wertvoll sein, weil er in den nächsten Jahren voraussichtlich Ruhe hat.
Eine neue Heizung kann ebenfalls sehr relevant sein.
Ein sehr individuelles Badezimmer, das genau Ihrem Geschmack entspricht, muss der nächste Eigentümer dagegen nicht genauso bewerten.
Genau deshalb ist investiertes Geld und zusätzlicher Marktwert nicht automatisch dasselbe.
Mein persönlicher Tipp vor einer Immobilienbewertung
Wenn Sie den Verkauf Ihrer Immobilie vorbereiten, machen Sie einmal eine kleine Zeitreise durch Ihr eigenes Haus.
Nehmen Sie ein Blatt Papier und schreiben Sie die größeren Maßnahmen der vergangenen 15 oder 20 Jahre auf.
Wann wurde das Dach gemacht? Wann die Fenster? Wie alt ist die Heizung? Wurde die Elektrik modernisiert? Gab es Veränderungen am Grundriss? Wurde angebaut? Welche energetischen Maßnahmen wurden durchgeführt?
Schreiben Sie nach Möglichkeit auch das Jahr daneben.
Und wenn Sie Rechnungen oder andere Nachweise haben, legen Sie diese gleich dazu.
Warum empfehle ich Ihnen das?
Weil aus dem Satz „Wir haben immer viel am Haus gemacht“ plötzlich eine nachvollziehbare Geschichte der Immobilie wird.
Diese Geschichte hilft bei der Bewertung.
Sie hilft später bei der Vermarktung.
Und sie hilft auch bei Gesprächen mit Kaufinteressenten.
Das ist mein persönlicher Tipp, weil Sie damit schon heute etwas Sinnvolles tun können, lange bevor Sie entscheiden, ob Sie tatsächlich verkaufen.
Warum ist die Marktanpassung beim Sachwertverfahren so wichtig?
Die Marktanpassung ist notwendig, weil ein rechnerisch ermittelter vorläufiger Sachwert noch nicht automatisch dem Wert entspricht, den der örtliche Immobilienmarkt einer Immobilie beimisst. Deshalb wird das Ergebnis mit geeigneten Marktdaten an die tatsächlichen Verhältnisse des Grundstücksmarktes angepasst.
Für mich ist das einer der wichtigsten Punkte des gesamten Sachwertverfahrens.
Denn hier treffen Mathematik und Wirklichkeit aufeinander.
Stellen Sie sich zwei Häuser vor, die hinsichtlich Größe, Alter und baulicher Substanz sehr ähnlich sind.
Das eine liegt in einer sehr gefragten Wohnlage.
Das andere an einem Standort mit deutlich weniger Nachfrage.
Würden Käufer für beide Häuser automatisch denselben Preis bezahlen?
Natürlich nicht.
Genau deshalb kann eine Immobilienbewertung nicht bei den Herstellungskosten enden.
Eine Immobilie ist nicht allein das, was sie einmal gekostet hat.
Sie ist auch das, was Käufer heute in genau dieser Lage dafür zu zahlen bereit sind.
Ist der Sachwert automatisch der Verkaufspreis?
Nein. Der im Sachwertverfahren ermittelte Wert ist nicht automatisch der Preis, zu dem eine Immobilie später verkauft wird. Die Wertermittlung liefert eine nachvollziehbare Grundlage. Der tatsächlich erzielte Kaufpreis entsteht dagegen erst durch Angebot und Nachfrage, Käuferinteresse, Finanzierung und Verhandlung.
Wenn Sie nur einen Satz aus diesem Artikel mitnehmen möchten, dann vielleicht diesen:
Eine Immobilie wird nicht an eine Formel verkauft.
Sie wird an einen Menschen verkauft.
Dieser Mensch besichtigt das Haus, vergleicht andere Immobilien, spricht mit seiner Bank und überlegt, welche Investitionen nach dem Kauf noch notwendig werden.
Vielleicht liebt er genau den Garten, den Sie selbst immer als selbstverständlich angesehen haben.
Vielleicht stört ihn aber der Grundriss, den Sie seit 25 Jahren praktisch finden.
All diese Dinge lassen sich nicht vollständig in einer Formel abbilden.
Deshalb ist der Sachwert für mich ein wichtiges Werkzeug.
Aber eben nur ein Werkzeug innerhalb einer guten Immobilienbewertung.
Wo liegen die Grenzen des Sachwertverfahrens?
Das Sachwertverfahren hat Grenzen, wenn die verwendeten Ausgangsdaten nicht zur Immobilie passen oder der tatsächliche Markt nur unzureichend berücksichtigt wird. Besondere Eigenschaften, außergewöhnliche Grundstücke oder spezielle Käuferpräferenzen können ebenfalls dazu führen, dass eine rein rechnerische Betrachtung nicht ausreicht.
Genau an diesem Punkt werde ich vorsichtig, wenn eine Bewertung sehr exakt aussieht.
783.420 Euro wirkt beeindruckend präzise.
Aber wenn die Immobilie nur oberflächlich erfasst wurde, ist diese Genauigkeit möglicherweise nur optisch.
Manchmal ist eine gut begründete Wertspanne ehrlicher als eine Zahl auf den letzten Euro.
Für eine Verkaufsentscheidung ist mir Nachvollziehbarkeit wichtiger als scheinbare Perfektion.
Sachwertverfahren oder Vergleichswertverfahren – welches ist besser?
Keines der beiden Verfahren ist grundsätzlich besser. Das Sachwertverfahren betrachtet stärker Grundstück und bauliche Anlagen, während das Vergleichswertverfahren geeignete tatsächlich erzielte Kaufpreise ähnlicher Immobilien heranzieht. Welche Methode besser passt, hängt von der Immobilie und den verfügbaren Marktdaten ab.
Ich finde es oft sogar hilfreich, wenn mehrere sinnvolle Blickwinkel möglich sind.
Kommen unterschiedliche Betrachtungen in eine ähnliche Richtung, stärkt das häufig die Plausibilität.
Liegen sie deutlich auseinander, würde ich nicht einfach die höhere Zahl auswählen.
Dann möchte ich wissen, warum.
Vielleicht passen die Vergleichsobjekte nicht gut genug.
Vielleicht hat die Immobilie Besonderheiten, die in einem Verfahren stärker sichtbar werden.
Genau dort beginnt aus meiner Sicht die eigentliche Bewertung.
Sachwertverfahren oder Ertragswertverfahren – was ist der Unterschied?
Beim Sachwertverfahren stehen Grundstück und bauliche Anlagen im Mittelpunkt. Beim Ertragswertverfahren wird dagegen stärker betrachtet, welche nachhaltigen Erträge eine Immobilie erwirtschaften kann. Deshalb spielt das Ertragswertverfahren insbesondere bei renditeorientierten und vermieteten Immobilien eine wichtige Rolle.
Ich erkläre den Unterschied gern mit zwei Käufern.
Der erste sucht ein Einfamilienhaus für seine Familie.
Bei der Besichtigung schaut er in den Garten, überlegt, welches Zimmer später das Kinderzimmer wird und ob der Esstisch in die Küche passt.
Der zweite möchte ein Mehrfamilienhaus kaufen.
Er sieht natürlich ebenfalls das Gebäude.
Aber ziemlich schnell möchte er wissen, welche Mieten erzielt werden.
Beide kaufen Immobilien.
Sie schauen nur mit unterschiedlichen Augen darauf.
Und genau deshalb sollte auch das Bewertungsverfahren zur Immobilie und zur Käuferperspektive passen.
Warum muss das Sachwertverfahren in Hamburg lokal betrachtet werden?
Auch in Hamburg muss ein nach dem Sachwertverfahren ermittelter vorläufiger Sachwert an die örtlichen Marktverhältnisse angepasst werden. Stadtteil, Mikrolage, Grundstücksstruktur, Immobilienart und Nachfrage können erheblichen Einfluss darauf haben, wie Käufer eine Immobilie tatsächlich bewerten.
Hamburg ist eben nicht ein einziger Immobilienmarkt.
Ein Einfamilienhaus in Hummelsbüttel wird anders wahrgenommen als ein Haus in Eppendorf.
Ein Grundstück in Poppenbüttel spricht möglicherweise andere Käufer an als eine Immobilie in Winterhude.
Und selbst innerhalb eines Stadtteils können wenige Straßen einen Unterschied machen.
Bei meiner Immobilienbewertung in Hamburg interessiert mich deshalb nicht nur die Frage, was ein Haus rechnerisch wert ist.
Ich möchte wissen, wie genau dieses Haus, auf genau diesem Grundstück, in genau dieser Lage vom Markt wahrgenommen wird.
Erst dann bekommt die Berechnung für mich einen wirklichen Bezug zur Realität.
Was bedeutet das Sachwertverfahren für Sie als Eigentümer?
Für Sie als Eigentümer bedeutet das Sachwertverfahren vor allem, dass Grundstück und Gebäude systematisch bewertet werden. Für eine realistische Verkaufsentscheidung muss das Ergebnis anschließend mit Zustand, Lage, Nachfrage und der tatsächlichen Käuferperspektive zusammengeführt werden.
Wenn wir gemeinsam am Küchentisch über Ihre Immobilie sprechen würden, würde ich deshalb nicht mit Ihrem Wunschpreis beginnen.
Ich würde zunächst fragen: Was besitzen Sie eigentlich genau?
Was wurde modernisiert? Wie ist das Grundstück einzuordnen? Welche Stärken hat das Haus? Wo könnten Käufer genauer hinschauen? Wie ist die Lage? Welche Vergleichsmöglichkeiten gibt es?
Wenn diese Fragen beantwortet sind, bekommt auch die Zahl am Ende einen Sinn.
Das entspricht meiner grundsätzlichen Haltung bei Immobilienbewertungen: Ich möchte Ihnen nicht möglichst schnell die Zahl nennen, die Sie gern hören möchten.
Ich möchte Ihnen erklären können, warum eine Einschätzung für Ihre Immobilie plausibel ist.
Häufige Fragen zum Sachwertverfahren bei Immobilien
Für welche Immobilien eignet sich das Sachwertverfahren?
Das Sachwertverfahren kommt insbesondere bei Immobilien infrage, bei denen Grundstück und bauliche Substanz für die Wertbeurteilung eine wesentliche Rolle spielen. Typische Beispiele können Ein- und Zweifamilienhäuser sein. Das geeignete Verfahren sollte jedoch immer anhand der konkreten Immobilie ausgewählt werden.
Ist das Sachwertverfahren für ein Einfamilienhaus geeignet?
Ja, das Sachwertverfahren kann für die Bewertung eines Einfamilienhauses sehr relevant sein. Es ist jedoch nicht automatisch die einzige sinnvolle Methode. Je nach Marktsituation können beispielsweise geeignete Vergleichsdaten zusätzliche Erkenntnisse liefern.
Ist der Bodenrichtwert der tatsächliche Grundstückswert?
Nein. Der Bodenrichtwert ist eine wichtige Orientierung und Bewertungsgrundlage, aber nicht automatisch der konkrete Marktwert eines einzelnen Grundstücks. Die tatsächlichen Grundstücksmerkmale müssen zusätzlich berücksichtigt werden.
Erhöht eine neue Heizung automatisch den Immobilienwert?
Eine neue Heizung kann den Zustand und die Attraktivität einer Immobilie verbessern, aber die Investitionskosten erhöhen den Immobilienwert nicht automatisch in gleicher Höhe. Entscheidend ist, welchen wirtschaftlichen Nutzen die Maßnahme für die Immobilie und einen zukünftigen Käufer hat.
Ist der Sachwert der richtige Angebotspreis?
Nicht automatisch. Der Sachwert ist eine wichtige Grundlage der Wertermittlung, aber der Angebotspreis sollte zusätzlich die aktuelle Nachfrage, Käufergruppe, Marktsituation und die konkreten Eigenschaften der Immobilie berücksichtigen.
Kann der Sachwert vom tatsächlichen Verkaufspreis abweichen?
Ja. Der bewertete Immobilienwert und der tatsächlich erzielte Kaufpreis sind nicht dasselbe. Der Kaufpreis entsteht erst am Markt, wenn ein Käufer bereit ist, unter den konkreten Bedingungen des Verkaufs einen bestimmten Betrag zu bezahlen.
Kann ich den Sachwert meiner Immobilie selbst berechnen?
Eine überschlägige Berechnung ist grundsätzlich möglich. Für eine belastbare Bewertung müssen jedoch Bodenwert, Gebäudeart, Herstellungskosten, Alter, Restnutzungsdauer, Marktanpassung und mögliche Besonderheiten fachgerecht berücksichtigt werden.
Welches Bewertungsverfahren ist für meine Immobilie richtig?
Das hängt von Immobilienart, Nutzung, Zustand und verfügbaren Marktdaten ab. Vergleichswert-, Ertragswert- und Sachwertverfahren betrachten Immobilien aus unterschiedlichen Perspektiven. Deshalb sollte zuerst die Immobilie verstanden und anschließend das passende Verfahren ausgewählt werden.
Sie möchten wissen, was Ihr Haus in Hamburg wirklich wert ist?
Wenn Sie über einen Verkauf nachdenken, müssen Sie das Sachwertverfahren nicht selbst bis ins letzte Detail beherrschen. Sie sollten aber verstehen können, warum Ihre Immobilie einen bestimmten Wert hat und welche Faktoren diese Einschätzung beeinflussen.
Wenn Sie möchten, schauen wir uns genau das gemeinsam an. Wir betrachten Ihr Grundstück, Ihr Haus, die durchgeführten Modernisierungen und die konkrete Marktsituation. Nicht mit dem Ziel, möglichst schnell irgendeine hohe Zahl zu nennen, sondern um eine nachvollziehbare Grundlage für Ihre Entscheidung zu schaffen.
Wenn Sie Ihre Immobilie und Ihre persönliche Situation mit mir besprechen möchten, können Sie direkt Kontakt mit mir aufnehmen. Dann legen wir die Fakten gemeinsam auf den Tisch und schaffen zunächst Klarheit. Danach können Sie in Ruhe entscheiden, wie es mit Ihrer Immobilie weitergehen soll.


